Marketing & Agenturen

B2B-Online-Marketing-Agentur — Leadgenerierung beauftragen oder selbst machen?

Eine B2B-Online-Marketing-Agentur kann Leadgenerierung professionell aufsetzen, kostet aber laufend Budget und Kontrolle. Dieser Ratgeber zeigt, was Agenturen leisten, wie sie abrechnen, wann sich der Auftrag lohnt und wann Sie Leads mit einer durchsuchbaren Firmendatenbank besser selbst gewinnen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Eine B2B-Online-Marketing-Agentur baut die digitale Neukundengewinnung für Unternehmen auf, die an Unternehmen verkaufen: Strategie, SEO und Content, Suchanzeigen, Landingpages, Automation und oft auch Outbound-Leadgenerierung.
  • Agenturen rechnen meist über einen monatlichen Retainer, über Projektpreise, pro Lead oder Termin oder in Mischformen ab. Dazu kommen Werbebudget, Software und die Zeit des eigenen Vertriebs.
  • Eine Agentur lohnt sich, wenn intern Know-how und Kapazität fehlen oder ein kompletter Kanal schnell stehen soll. Selbst machen lohnt sich, wenn Sie Ihre Zielgruppe kennen und Kontrolle über Daten und Ansprache behalten wollen.
  • Für die reine Beschaffung von Zielgruppendaten brauchen Sie keine Agentur: Eine durchsuchbare B2B-Datenbank liefert gefilterte Firmendaten zu einem festen Preis pro Datensatz.
  • Rechtlich gilt: Wer eine Agentur mit Kaltakquise beauftragt, haftet mit (§ 8 Abs. 2 UWG in Deutschland). Datenherkunft und Ansprache gehören vor dem Start geklärt.
  • Viele Unternehmen fahren mit dem Hybridmodell am besten: Strategie oder Inbound extern, Daten und Erstansprache intern.

Eine B2B-Online-Marketing-Agentur übernimmt die digitale Leadgenerierung für Unternehmen mit Geschäftskunden: von der Zielgruppenstrategie über SEO, Suchanzeigen und Landingpages bis zur Erstansprache. Ob sich der Auftrag lohnt, hängt davon ab, was Ihnen fehlt. Fehlen Know-how und Zeit für einen kompletten Marketingkanal, ist eine gute Agentur eine sinnvolle Investition. Fehlen Ihnen dagegen vor allem passende Firmenkontakte, zahlen Sie bei einer Agentur für eine Recherche, die Sie mit einer durchsuchbaren Firmendatenbank selbst erledigen können, schneller und zu einem festen Preis pro Datensatz. Dieser Ratgeber erklärt, was B2B-Agenturen leisten, wie sie abrechnen, woran Sie eine gute erkennen, wer bei der Kaltakquise haftet und wie Sie Leadgenerierung selbst aufsetzen, wenn Sie sich gegen die Agentur entscheiden.

Was eine B2B-Online-Marketing-Agentur leistet

Der Begriff ist breit, und Agenturen schneiden ihr Angebot sehr unterschiedlich zu. Manche sind reine Spezialisten für Suchmaschinen oder Anzeigen, andere verstehen sich als ausgelagerte Marketingabteilung. Für die Entscheidung hilft es, die Leistungen in drei Blöcke zu teilen.

Inbound: Interessenten zu Ihnen holen

Der klassische Kern des Online-Marketings ist Inbound. Die Agentur sorgt dafür, dass Unternehmen mit einem konkreten Bedarf Sie finden: über Suchmaschinenoptimierung, Fachartikel, Whitepaper, Webinare, bezahlte Suchanzeigen und Landingpages, die aus Besuchern Anfragen machen. Dazu gehören Tracking, Conversion-Optimierung und oft auch Marketing-Automation, die Interessenten mit E-Mail-Strecken weiterbegleitet, bis sie gesprächsbereit sind.

Outbound: Zielunternehmen aktiv ansprechen

Immer mehr Agenturen bieten zusätzlich Outbound-Leadgenerierung an. Sie definieren mit Ihnen eine Zielgruppe, recherchieren passende Unternehmen, bereiten Listen auf und übernehmen teils auch die Erstansprache per E-Mail, Telefon oder Netzwerkplattform. Am Ende stehen qualifizierte Gespräche oder Termine, die Ihr Vertrieb weiterführt. Gerade hier ist es wichtig zu verstehen, woher die Agentur ihre Daten bezieht und wie sie anspricht, denn beides wirkt sich rechtlich auf Sie aus.

Strategie, Technik und Auswertung

Den dritten Block bilden Positionierung, Botschaften, Website-Technik, CRM-Anbindung und Reporting. Eine gute Agentur fragt zuerst, wer Ihre idealen Kunden sind und warum sie kaufen, bevor sie einen Kanal empfiehlt. Eine schwache Agentur verkauft den Kanal, den sie selbst am besten beherrscht, unabhängig davon, ob er zu Ihrem Markt passt.

Warum B2B-Marketing anders funktioniert als B2C

Viele Agenturen arbeiten für beide Welten. Für die Leadgenerierung im B2B zählen aber andere Regeln, und eine Agentur sollte sie nachweislich beherrschen.

  • Lange Entscheidungswege: Zwischen dem ersten Kontakt und dem Auftrag vergehen oft Wochen oder Monate. Kampagnen, die nur auf den schnellen Klick optimiert sind, greifen zu kurz.
  • Mehrere Beteiligte: Im B2B entscheidet selten eine Person allein. Fachabteilung, Einkauf und Geschäftsführung brauchen jeweils andere Argumente.
  • Kleine, klar umrissene Zielgruppen: Statt Millionen Verbrauchern gibt es vielleicht einige tausend passende Unternehmen. Streuverlust ist teuer, Präzision zählt mehr als Reichweite.
  • Sachliche Kaufargumente: Wirtschaftlichkeit, Zuverlässigkeit und Fachkompetenz überzeugen mehr als Emotion und Rabatt.
  • Strengerer Rechtsrahmen bei der Ansprache: Werbe-E-Mails und Telefonakquise sind im DACH-Raum eng reguliert, auch gegenüber Unternehmen.

Daraus folgt eine einfache Prüffrage für jedes Erstgespräch: Kann die Agentur erklären, wie sie mit einer kleinen Zielgruppe und einem langen Verkaufszyklus umgeht? Wer nur über Reichweite, Klickpreise und Follower spricht, denkt in B2C-Kategorien.

Wie Agenturen abrechnen: die gängigen Modelle

Die Kosten einer Agentur hängen weniger vom Stundensatz ab als vom Abrechnungsmodell. Jedes Modell verteilt das Risiko anders zwischen Ihnen und der Agentur. Die folgende Übersicht ordnet die verbreiteten Varianten ein.

ModellSo funktioniert esVorteilRisiko für Sie
Monatlicher RetainerFester Betrag für ein vereinbartes LeistungspaketPlanbare Betreuung, feste AnsprechpartnerSie zahlen auch in Monaten ohne Ergebnis, oft Mindestlaufzeit
ProjektpreisFestpreis für ein abgegrenztes Vorhaben, etwa eine Kampagne oder LandingpageKlare Kosten, klares ErgebnisNach Projektende fehlt die laufende Pflege
Pay per LeadPreis pro gelieferter Anfrage oder KontaktadresseSie zahlen nur für ErgebnisseDie Definition von „Lead“ entscheidet, Qualität schwankt
Pay per TerminPreis pro vereinbartem Gespräch mit einem InteressentenDirekt am Vertrieb messbarHoher Stückpreis, Termine ohne echten Bedarf
Hybrid mit ErfolgsanteilGrundhonorar plus Bonus bei erreichten ZielenInteressen von Agentur und Kunde liegen näher beieinanderZiele und Messung müssen sauber vereinbart sein

Unabhängig vom Modell fallen fast immer weitere Kosten an: das Werbebudget für Anzeigen, Lizenzen für Software, Daten für die Ansprache und die Zeit Ihres eigenen Vertriebs, der jede Anfrage weiterführen muss. Vergleichen Sie Angebote deshalb nie nur über das Honorar, sondern über die Gesamtkosten pro qualifiziertem Gespräch. Wie sich der Preis eines einzelnen Leads zusammensetzt, zeigt unser Beitrag dazu, was ein B2B-Lead wirklich kostet.

Achtung bei der Lead-Definition

Bei Pay per Lead steht und fällt alles mit der Frage, was als Lead zählt. Ein heruntergeladenes Whitepaper ist etwas anderes als eine Anfrage mit konkretem Projekt, und eine recherchierte Firmenadresse ist etwas anderes als ein Gespräch mit Bedarf. Lassen Sie sich die Definition schriftlich geben, inklusive der Kriterien, nach denen ein Lead abgelehnt werden kann.

Agentur, selbst machen oder Mischform: der direkte Vergleich

Die Frage ist selten „Agentur ja oder nein“, sondern welche Aufgabe Sie abgeben und welche Sie behalten. Die Tabelle vergleicht drei typische Aufstellungen über die Kriterien, die in der Praxis den Ausschlag geben.

KriteriumAgentur übernimmt allesSelbst machen mit DatenbankHybridmodell
Eigener ZeitaufwandGering, aber Abstimmung nötigMittel: Filtern, Texten, AnsprechenMittel
Laufende KostenHoch, meist monatlich fixNiedrig, pro DatensatzMittel
Kontrolle über Zielgruppe und BotschaftGeteiltVollständigVollständig bei Daten und Ansprache
Know-how-Aufbau im UnternehmenGering, Wissen bleibt in der AgenturHochHoch
Geschwindigkeit bis zur ersten AnspracheAbhängig von Onboarding und VorlaufHoch, sobald die Zielgruppe stehtHoch
AbhängigkeitHoch, bei Kündigung bricht der Kanal wegGeringGering bis mittel
Geeignet fürKomplexe Inbound-Strategien, fehlende interne KapazitätKlare Zielgruppen, planbare Outbound-AkquiseDie meisten mittelständischen B2B-Anbieter

Auffällig ist der Punkt Abhängigkeit. Wenn die Agentur Konten, Listen und Inhalte verwaltet, verlieren Sie mit der Kündigung oft mehr als nur die Dienstleistung. Wer selbst arbeitet oder zumindest Daten und Ansprache intern hält, baut dagegen einen Vertriebskanal auf, der bleibt.

Wann sich eine B2B-Agentur lohnt

Eine Agentur ist keine schlechte Wahl, sie ist eine Wahl mit klarem Einsatzgebiet. In diesen Situationen spricht viel für den Auftrag.

Ihnen fehlen Know-how und Kapazität

Suchmaschinenoptimierung, Anzeigenkonten, Tracking und Automation sind eigene Disziplinen. Wenn niemand im Haus sie beherrscht und auch keine Stelle dafür geschaffen werden soll, bringt eine erfahrene Agentur Wissen mit, das intern erst über Jahre entstehen würde.

Ein kompletter Kanal soll schnell stehen

Ein Markteintritt, ein neues Produkt oder eine neue Region verlangen manchmal, dass Website, Inhalte, Anzeigen und Nachverfolgung gleichzeitig starten. Eine Agentur mit eingespieltem Team kann das parallel aufbauen, wofür ein einzelner interner Mitarbeiter Monate bräuchte.

Das Angebot ist erklärungsbedürftig und hochpreisig

Je komplexer das Produkt und je größer die Auftragswerte, desto mehr lohnt eine durchdachte Inbound-Strategie mit Fachinhalten, die Vertrauen aufbauen. Hier zahlt sich strategische und redaktionelle Erfahrung aus, die eine spezialisierte Agentur mitbringt.

Sie brauchen einen Blick von außen

Wer lange im eigenen Markt arbeitet, wird betriebsblind. Eine Agentur kann Positionierung und Botschaften schärfen, auch wenn Sie die Umsetzung danach selbst übernehmen.

Wann Sie Leadgenerierung besser selbst machen

Ebenso klar gibt es Situationen, in denen eine Agentur vor allem Geld kostet, ohne einen Vorteil zu bringen, den Sie nicht selbst günstiger erreichen.

Sie kennen Ihre Zielgruppe genau

Wenn Sie wissen, welche Branchen in welchen Regionen zu Ihnen passen, ist der schwierigste Teil der Leadgenerierung bereits erledigt. Was bleibt, ist das Finden der passenden Unternehmen und eine gute Ansprache. Dafür müssen Sie keine Strategieberatung bezahlen.

Sie brauchen vor allem Firmenkontakte

Viele Unternehmen beauftragen eine Agentur eigentlich nur, weil ihnen eine Liste passender Zielunternehmen fehlt. Diese Recherche erledigt eine durchsuchbare Firmendatenbank direkt: Sie filtern nach Branche, Region und weiteren Merkmalen und schalten nur die Datensätze frei, die Sie wirklich brauchen. Worin sich dieses Modell von einer gekauften Liste unterscheidet, erklärt unser Beitrag über die durchsuchbare B2B-Datenbank.

Ihr Budget ist begrenzt oder schwankt

Ein Retainer läuft jeden Monat, auch wenn der Vertrieb gerade ausgelastet ist. Wer selbst arbeitet, steuert die Kosten nach Bedarf und zahlt in ruhigen Monaten wenig oder nichts.

Sie wollen den Kanal dauerhaft besitzen

Selbst aufgebaute Prozesse, Vorlagen, Listen und Erfahrungswerte bleiben im Unternehmen. Jede Kampagne macht die nächste besser, statt dass das Wissen beim Dienstleister liegt.

Hinweis: Die ehrlichste Frage vor jedem Agenturauftrag lautet: Was genau fehlt uns? Fehlt Strategie, Technik oder redaktionelle Kraft, ist eine Agentur oft richtig. Fehlen nur passende Zielunternehmen, ist eine Agentur meist die teuerste Art, an Firmendaten zu kommen.

Das Hybridmodell: Strategie extern, Daten und Ansprache intern

Zwischen „alles abgeben“ und „alles selbst machen“ liegt das Modell, das für viele mittelständische B2B-Anbieter am besten funktioniert. Die Aufgaben werden nach Stärken verteilt.

  • Extern: Positionierung, Website und Landingpages, Suchmaschinenoptimierung, Anzeigenkonten und die technische Einrichtung von Tracking und Automation. Hier zahlt sich Spezialwissen aus, und vieles ist einmaliger Aufbau statt Daueraufgabe.
  • Intern: Zielgruppendefinition, Auswahl der Zielunternehmen, Texte für die Erstansprache und das Gespräch selbst. Hier liegt Ihr Fachwissen, und hier entscheidet sich, ob aus einem Kontakt ein Kunde wird.

Der praktische Vorteil: Die Agentur baut das Fundament für eingehende Anfragen, während Ihr Vertrieb parallel mit gefilterten Firmendaten aktiv auf passende Unternehmen zugeht. Inbound füllt die Pipeline langfristig, Outbound füllt sie sofort. Eine Übersicht über weitere Kanäle neben Agentur und Datenbank finden Sie in unserem Pillar-Artikel zu den Kanälen der B2B-Leadgenerierung im DACH-Raum.

So erkennen Sie eine gute B2B-Online-Marketing-Agentur

Wenn die Entscheidung für eine Agentur gefallen ist, beginnt die Auswahl. Diese Kriterien trennen erfahrene Partner von reinen Verkäufern.

Die Checkliste für das Erstgespräch

  1. Branchenerfahrung: Gibt es Referenzen aus vergleichbaren B2B-Märkten, die Sie auch telefonisch prüfen können?
  2. Verantwortete Kennzahl: Misst die Agentur sich an qualifizierten Gesprächen und Aufträgen oder nur an Klicks und Reichweite?
  3. Transparenz der Kosten: Sind Honorar, Werbebudget und Nebenkosten getrennt ausgewiesen?
  4. Eigentum: Gehören Anzeigenkonten, Inhalte, Listen und Zugänge Ihnen, auch nach einer Kündigung?
  5. Laufzeit: Gibt es eine angemessene Testphase oder sofort eine lange Mindestlaufzeit?
  6. Datenquellen: Kann die Agentur bei Outbound erklären, woher die Kontaktdaten stammen und auf welcher Rechtsgrundlage sie anspricht?
  7. Reporting: Bekommen Sie verständliche Berichte, die zeigen, was ein Gespräch gekostet hat?

Warnsignale

Vorsicht ist geboten bei garantierten Leadzahlen, bevor die Agentur Ihren Markt kennt, bei unklaren Antworten zur Herkunft von Kontaktdaten, bei Paketen, die für jeden Kunden gleich aussehen, und bei Berichten voller Impressionen, aber ohne Aussage zu Anfragen und Aufträgen. Ebenso kritisch: Eine Agentur, die Konten auf eigenen Namen anlegt und nach Vertragsende nicht herausgibt.

Recht: Wer haftet, wenn die Agentur akquiriert?

Bei Inbound-Marketing ist der Rechtsrahmen überschaubar. Sobald eine Agentur aber in Ihrem Auftrag aktiv Unternehmen anschreibt oder anruft, wird die Frage nach Haftung und Datenschutz zentral. Den vollständigen Rahmen erklärt unser Leitfaden dazu, was DSGVO und UWG im DACH-Raum erlauben. Die wichtigsten Punkte für die Zusammenarbeit mit einer Agentur:

Sie haften mit

In Deutschland richten sich Unterlassungsansprüche wegen unlauterer Werbung nach § 8 Abs. 2 UWG auch gegen das Unternehmen, für das ein Beauftragter handelt. Verschickt die Agentur unzulässige Werbe-E-Mails, kann die Abmahnung also bei Ihnen landen. Werbe-E-Mails brauchen in aller Regel eine vorherige Einwilligung (§ 7 UWG in Deutschland, § 174 TKG in Österreich, Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG in der Schweiz). Telefonische Kaltakquise gegenüber Unternehmen ist in Deutschland nur bei mutmaßlicher Einwilligung möglich, in Österreich deutlich strenger geregelt.

Datenschutz und Auftragsverarbeitung

Verarbeitet die Agentur personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, etwa Namen von Ansprechpartnern, braucht es einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO. Für die Verarbeitung selbst stützen sich B2B-Akquisen meist auf das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, flankiert von der Informationspflicht nach Art. 14 und dem Widerspruchsrecht nach Art. 21. Klären Sie außerdem, wie Widersprüche erfasst und an Sie weitergegeben werden. Welche Anforderungen bei der E-Mail-Ansprache im Einzelnen gelten, beschreibt unser Beitrag zur E-Mail-Akquise mit Double-Opt-In und berechtigtem Interesse.

Datenherkunft dokumentieren

Lassen Sie sich nachweisen, woher die Kontaktdaten stammen. Öffentlich vom Unternehmen selbst veröffentlichte Firmendaten sind eine andere Grundlage als Adressen aus unbekannten Quellen. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung (Stand: Oktober 2026).

Leadgenerierung selbst aufsetzen: in fünf Schritten

Wer sich gegen die Agentur oder für das Hybridmodell entscheidet, braucht einen klaren Ablauf. Diese fünf Schritte genügen für einen ersten, planbaren Outbound-Prozess.

  1. Idealkunden beschreiben: Welche Branchen, Regionen und Unternehmensmerkmale haben Ihre besten Bestandskunden gemeinsam? Schreiben Sie es auf, so konkret wie möglich.
  2. Zielunternehmen finden: Filtern Sie in einer Firmendatenbank nach genau diesen Merkmalen, prüfen Sie die Vorschau und schalten Sie nur passende Datensätze frei. Ein kleiner, präziser Bestand schlägt eine große, breite Liste.
  3. Kanal und Rechtsrahmen festlegen: Entscheiden Sie, ob Sie per Brief, Telefon, E-Mail oder persönlichen Kontakt ansprechen, und prüfen Sie für jeden Kanal die Voraussetzungen im jeweiligen Land.
  4. Ansprache schreiben: Beziehen Sie sich auf etwas Konkretes, etwa die Branche, die Website oder ein typisches Problem des Unternehmens. Eine Ansprache, die für jeden passt, passt für niemanden.
  5. Messen und nachschärfen: Halten Sie im CRM fest, welche Branchen und Regionen antworten, und verlagern Sie die nächste Auswahl dorthin.

Dieser Prozess lässt sich mit sehr wenig Budget starten und wächst mit den Ergebnissen. Wer bisher Firmenadressen als fertige Liste gekauft hat, findet im Pillar-Überblick zu B2B-Adressen und Kontaktlisten einen Vergleich der Bezugswege.

Die richtigen Kennzahlen: so vergleichen Sie Agentur und Eigenleistung

Ob eine Agentur ihr Geld wert ist oder ob die eigene Leadgenerierung besser läuft, lässt sich nur mit denselben Kennzahlen auf beiden Seiten beantworten. Viele Unternehmen vergleichen Äpfel mit Birnen: Bei der Agentur zählen sie gelieferte Kontakte, bei sich selbst die Aufträge. Sinnvoll ist eine Kette, die vom ersten Kontakt bis zum Umsatz reicht.

  • Kosten pro qualifiziertem Gespräch: Alle Kosten eines Monats, also Honorar, Werbebudget, Daten und interne Arbeitszeit, geteilt durch die Zahl der Gespräche mit echtem Bedarf. Diese Zahl ist der fairste Vergleich zwischen Agentur und Eigenleistung.
  • Antwortquote je Zielgruppe: Welcher Anteil der angesprochenen Unternehmen reagiert überhaupt? Getrennt nach Branche und Region zeigt sie, wo Ihre Botschaft trägt.
  • Quote vom Gespräch zum Angebot und zum Auftrag: Viele Gespräche ohne Angebote deuten auf eine unscharfe Zielgruppe oder auf Termine ohne Bedarf hin.
  • Kundenwert: Ein teurer Lead ist günstig, wenn der Kunde über Jahre bleibt, und ein billiger Lead ist teuer, wenn er nie kauft.

Legen Sie diese Kennzahlen fest, bevor Sie eine Agentur beauftragen, und lassen Sie sie im Reporting ausweisen. Messen Sie Ihre eigene Akquise über denselben Zeitraum mit derselben Rechnung. Nach einigen Monaten sehen Sie schwarz auf weiß, welcher Weg Sie ein qualifiziertes Gespräch günstiger kostet und wo sich eine Kombination beider Wege lohnt.

Für Agenturen selbst: Neukunden und Kundenprojekte mit Firmendaten

Die Suche nach „B2B-Agentur“ kommt nicht nur von Unternehmen, die eine Agentur beauftragen wollen. Auch Agenturen suchen nach Wegen, wie sie für sich und ihre Kunden Leads gewinnen. Für sie gelten zwei Anwendungsfälle.

Eigene Neukundengewinnung

Marketing- und Webagenturen sprechen gern Unternehmen mit einem bestimmten Profil an, etwa Betriebe einer Branche in einer Region oder Firmen mit einem bestimmten Shop- oder Website-System. Eine Firmendatenbank mit Tech-Stack-Angaben macht solche Profile direkt filterbar, statt sie von Hand zusammenzusuchen.

Daten für Kundenprojekte

Wer für einen Kunden eine Outbound-Kampagne aufsetzt, braucht eine saubere Zielgruppe. Bei LeadSuche dürfen Agenturen freigeschaltete Datensätze im Rahmen eines konkreten Auftrags für ihre eigenen Kunden verwenden. Weiterverkauf, Veröffentlichung und der Aufbau eines Datenbestands zum Verkauf sind ausgeschlossen. Für höheren Bedarf gibt es den Tarif Agency mit 2.000 Credits für 349 € im Monat, also ab rund 0,17 € pro Datensatz.

Leadgenerierung in der Praxis: datenbasiert mit LeadSuche

LeadSuche ist ein Self-Service-B2B-Lead-Daten-SaaS für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Es übernimmt den Teil der Leadgenerierung, für den viele Unternehmen eine Agentur beauftragen: das Finden passender Zielunternehmen.

So funktioniert es

Sie durchsuchen einen Pool KI-qualifizierter Firmendatensätze und filtern selbst nach Branche, Region, Zielmarkt (B2B, B2C oder beides), dem Tech-Stack der Firmenwebsite und weiteren Merkmalen. In der Vorschau sehen Sie, ob die Treffer passen, und schalten nur die Datensätze frei, die Sie wirklich brauchen. Fehlt eine Branche in einer Stadt, stellen Sie einen Datensatz-Wunsch.

  • Fester Preis statt Retainer: Ein Credit entspricht einem Datensatz, Pakete ab 39 € im Monat, monatlich kündbar und abgewickelt über Stripe.
  • Kein Vertriebsgespräch: Registrieren, filtern, freischalten. Zum Start erhalten Sie 50 Credits.
  • Voller Export: Freigeschaltete Daten exportieren Sie als CSV oder XLSX und übernehmen sie in Ihr CRM.
  • Volle Kontrolle: Zielgruppe, Botschaft und Zeitpunkt der Ansprache bestimmen Sie selbst.

Die bewusste Produktgrenze

LeadSuche verkauft nur Kontaktdaten, die ein Unternehmen selbst auf seiner Website oder im Impressum veröffentlicht, und keine über E-Mail-Finder-Dienste ermittelten Adressen oder Durchwahlen von Entscheidungsträgern. Strategie, Texte und Gespräche übernimmt LeadSuche nicht. Wer das alles aus einer Hand sucht, ist bei einer Agentur richtig. Wer die Zielgruppe selbst bestimmen und nur für passende Firmen zahlen will, ist hier richtig. Jetzt kostenlos registrieren und den Lead-Pool durchsuchen →

Sie testen den Pool ohne Risiko mit den Start-Credits und entscheiden danach, ob Sie die Leadgenerierung selbst übernehmen oder nur einen Teil an eine Agentur abgeben. Lead-Pool jetzt testen →

Zusammenfassung

Eine B2B-Online-Marketing-Agentur baut die digitale Neukundengewinnung für Unternehmen mit Geschäftskunden auf: Strategie, SEO und Content, Suchanzeigen, Landingpages, Automation und zunehmend auch Outbound-Leadgenerierung. Sie rechnet meist über Retainer, Projektpreise, Preise pro Lead oder Termin oder Mischformen ab, und neben dem Honorar fallen Werbebudget, Software und interne Zeit an. Eine Agentur lohnt sich, wenn intern Know-how und Kapazität fehlen, ein kompletter Kanal schnell stehen soll oder ein erklärungsbedürftiges Angebot eine durchdachte Inbound-Strategie braucht. Selbst machen lohnt sich, wenn Sie Ihre Zielgruppe kennen, vor allem Firmenkontakte brauchen und den Kanal dauerhaft besitzen wollen. Für viele B2B-Anbieter ist das Hybridmodell der beste Weg: Strategie und Inbound extern, Zielgruppendaten und Erstansprache intern. Wer eine Agentur mit Kaltakquise beauftragt, haftet mit und sollte Datenherkunft, Rechtsgrundlage und Auftragsverarbeitung vorab klären. Für die Beschaffung passender Zielunternehmen braucht es keine Agentur: Eine durchsuchbare Firmendatenbank liefert gefilterte Datensätze zu einem festen Preis pro Datensatz und lässt Ihnen die volle Kontrolle über die Ansprache.

Häufige Fragen zum Thema

Eine B2B-Online-Marketing-Agentur plant und betreibt die digitale Neukundengewinnung für Unternehmen, die an andere Unternehmen verkaufen. Typische Leistungen sind Strategie und Zielgruppendefinition, Suchmaschinenoptimierung und Content, bezahlte Suchanzeigen, Landingpages, Marketing-Automation, E-Mail-Strecken und zunehmend auch Outbound-Leadgenerierung mit Recherche und Erstansprache. Der Unterschied zur B2C-Agentur liegt in den langen Entscheidungswegen, kleinen Zielgruppen und sachlichen Kaufargumenten.

Das hängt vom Abrechnungsmodell und vom Umfang ab. Verbreitet sind ein monatlicher Retainer für laufende Betreuung, Festpreise für einzelne Projekte, Preise pro Lead oder pro vereinbartem Termin sowie Mischformen mit Erfolgsanteil. Neben dem Agenturhonorar fallen meist eigene Kosten an, etwa Werbebudget, Software und die Zeit des eigenen Vertriebs. Seriöse Agenturen legen ihre Kalkulation offen und nennen vorab, welche Kennzahl sie verantworten.

Eine Agentur lohnt sich vor allem, wenn intern Know-how und Kapazität fehlen, schnell ein kompletter Kanal aufgebaut werden soll oder ein erklärungsbedürftiges Angebot eine durchdachte Inbound-Strategie braucht. Selbst machen lohnt sich, wenn Sie Ihre Zielgruppe genau kennen, die Kontrolle über Daten und Ansprache behalten wollen und vor allem planbar neue Firmenkontakte brauchen. Viele Unternehmen fahren mit einer Mischform am besten: Strategie oder Inbound extern, Zielgruppendaten und Ansprache intern.

In Deutschland richten sich Unterlassungsansprüche nach § 8 Abs. 2 UWG auch gegen das Unternehmen, in dessen Auftrag die Agentur handelt. Wer eine Agentur mit der Kaltakquise beauftragt, trägt das Risiko also mit. Klären Sie deshalb vorab Datenherkunft, Rechtsgrundlage und Einwilligungen, schließen Sie bei personenbezogenen Daten einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO und lassen Sie sich die Prozesse dokumentieren. Dies ersetzt keine Rechtsberatung.

An nachvollziehbaren Referenzen aus vergleichbaren Branchen, an einer klaren Antwort auf die Frage, welche Kennzahl sie verantwortet, an transparenten Kosten und Laufzeiten und daran, dass Daten, Konten und Inhalte Ihnen gehören. Warnsignale sind garantierte Leadzahlen ohne Kenntnis Ihres Markts, unklare Datenquellen, lange Mindestlaufzeiten und Berichte, die nur Reichweite statt qualifizierter Gespräche zeigen.

Ja. Agenturen dürfen freigeschaltete Datensätze im Rahmen eines konkreten Auftrags für ihre eigenen Kunden verwenden. Weiterverkauf, Veröffentlichung und der Aufbau eines Datenbestands zum Verkauf sind ausgeschlossen. Für höheren Bedarf gibt es den Tarif Agency mit 2.000 Credits für 349 € im Monat, ein Credit entspricht einem Datensatz. LeadSuche liefert nur Kontaktdaten, die ein Unternehmen selbst auf seiner Website oder im Impressum veröffentlicht.

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