B2B-Vertrieb

B2B-Vertrieb: Strategien, Prozesse und Vertriebskanäle

B2B-Vertrieb folgt eigenen Regeln: mehrere Beteiligte, lange Entscheidungswege, hohe Auftragswerte. Dieser Leitfaden zeigt Vertriebsmodelle, Kanäle, den Prozess vom Lead zum Abschluss, die Rollen im Team und die Kennzahlen, mit denen Sie Ihren Vertrieb steuern.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Im B2B-Vertrieb kauft ein Unternehmen, keine Einzelperson: Mehrere Beteiligte im Buying Center prüfen Nutzen, Risiko und Preis, oft über Wochen oder Monate.
  • Die gängigen Vertriebsmodelle sind Außendienst, Innendienst (Inside Sales), Key Account Management, Partnervertrieb und Self-Service. Die Wahl richtet sich nach Auftragswert und Erklärungsbedarf.
  • Ein sauberer Prozess führt jede Verkaufschance durch feste Stufen: Zielkunde, Erstkontakt, Qualifizierung, Bedarfsanalyse, Angebot, Verhandlung, Abschluss, Übergabe.
  • Größere Teams trennen die Rollen: SDR für neue Termine, Account Executive für den Abschluss, Account Manager und Customer Success für den Bestand.
  • Gesteuert wird mit wenigen Kennzahlen: qualifizierte Verkaufschancen, Abschlussquote, Auftragswert, Zykluslänge und Pipeline-Wert.
  • Für die Erstansprache gelten im DACH-Raum unterschiedliche Regeln: § 7 UWG in Deutschland, § 174 TKG 2021 in Österreich, Art. 3 Abs. 1 lit. o und u UWG in der Schweiz.

B2B-Vertrieb ist der Verkauf an Unternehmen und Organisationen. Er unterscheidet sich vom Verkauf an Privatkunden vor allem dadurch, dass mehrere Personen gemeinsam entscheiden, die Aufträge größer sind und der Weg vom ersten Kontakt bis zur Unterschrift länger dauert. Erfolgreicher B2B-Vertrieb braucht deshalb eine klare Zielgruppe, ein passendes Vertriebsmodell, einen festen Prozess und Kennzahlen, die früh zeigen, wo es hakt. Dieser Leitfaden ordnet alle Bausteine ein und verweist für jede Teilfrage auf den vertiefenden Artikel.

Was B2B-Vertrieb ausmacht

Ein Unternehmen kauft nicht aus Laune, sondern weil es ein Ziel erreichen oder ein Problem lösen muss: Kosten senken, Kapazität schaffen, eine Vorschrift erfüllen, einen Ausfall vermeiden. Daraus ergeben sich typische Merkmale, die den B2B-Vertrieb prägen.

MerkmalB2B-VertriebB2C-Vertrieb
Wer entscheidetMehrere Personen mit unterschiedlichen InteressenMeist eine Person oder ein Haushalt
KaufmotivWirtschaftlicher Nutzen, Risiko, VerlässlichkeitPersönlicher Nutzen, Gefühl, Marke
Dauer der EntscheidungWochen bis Monate, oft an Budgetzeiträume gebundenMinuten bis Tage
AuftragswertHäufig hoch, oft wiederkehrend über RahmenverträgeMeist niedriger, Einzelkauf
Zahl möglicher KundenÜberschaubar und gut abgrenzbarGroß und anonym
BeziehungPersönlich und langfristigOft über Marke und Handel vermittelt
PreisVerhandelt, Staffeln, individuelle AngeboteMeist fest ausgezeichnet

Ein Vorteil folgt direkt aus der Tabelle: Die Zahl der passenden Kunden ist begrenzt und lässt sich benennen. Ein Anbieter von Praxissoftware für Physiotherapeuten kann seinen Markt praktisch vollständig auflisten, etwa über die Adressen von Physiotherapiepraxen. Das macht B2B-Vertrieb planbar, wenn Sie wissen, wen Sie ansprechen wollen.

Das Buying Center: Wer im Kundenunternehmen mitentscheidet

Das Modell des Buying Centers beschreibt die Rollen, die an einer betrieblichen Kaufentscheidung beteiligt sind. Eine Person kann mehrere Rollen tragen. Im Handwerksbetrieb mit acht Mitarbeitern ist der Inhaber oft Initiator, Entscheider und Einkäufer zugleich, im Konzern sind es verschiedene Abteilungen.

  • Initiator: erkennt den Bedarf, etwa die Werkstattleitung, der eine Maschine zu oft ausfällt.
  • Benutzer: arbeitet später mit dem Produkt und beurteilt die Praxistauglichkeit.
  • Beeinflusser: bringt Fachwissen ein, etwa die IT, ein externer Berater oder die Steuerkanzlei.
  • Entscheider: gibt das Budget frei, meist Geschäftsführung oder Bereichsleitung.
  • Einkäufer: verhandelt Konditionen und Vertrag.
  • Gatekeeper: steuert, welche Informationen die anderen erreichen, etwa Assistenz oder Empfang.

Für die Praxis heißt das: Ein begeisterter Benutzer reicht nicht. Fragen Sie früh, wer außer Ihrem Gesprächspartner mitredet, und liefern Sie jeder Rolle das, was sie braucht. Die Geschäftsführung will Wirkung und Kosten sehen, die IT technische Details, der Einkauf vergleichbare Konditionen. Viele Angebote scheitern nicht am Preis, sondern daran, dass eine Rolle nie überzeugt wurde.

Vertriebsmodelle im B2B

Das Vertriebsmodell legt fest, auf welchem Weg und mit welchem Personal Sie verkaufen. Ausschlaggebend sind Auftragswert, Erklärungsbedarf und die Zahl der Kunden, die Sie erreichen müssen.

ModellSo funktioniert esPasst gut, wennGrenzen
Außendienst (Field Sales)Verkäufer besuchen Kunden vor OrtHohe Auftragswerte, erklärungsbedürftige Produkte, regionale KundschaftHohe Kosten pro Termin, wenige Termine pro Tag
Innendienst (Inside Sales)Verkauf per Telefon, E-Mail und VideocallMittlere Auftragswerte, viele Kunden, überregionaler MarktWeniger persönliche Bindung, Vertrauensaufbau dauert länger
Key Account ManagementFeste Betreuer für wenige große KundenWenige Kunden machen einen großen Teil des UmsatzesAbhängigkeit von einzelnen Kunden und Betreuern
PartnervertriebHändler, Handelsvertreter oder Systemhäuser verkaufen für SieBreiter Markt, Partner haben den Zugang zu den KundenWeniger Kontrolle über Preis, Botschaft und Kundendaten
Self-Service und OnlineKunden informieren sich, testen und kaufen selbstStandardisierte Produkte, niedrige bis mittlere PreiseWenig Spielraum für individuelle Lösungen

Die meisten Unternehmen kombinieren Modelle. Ein Maschinenbauer betreut seine zehn größten Abnehmer im Key Account, gewinnt mittelgroße Kunden im Innendienst und lässt Ersatzteile über einen Online-Shop bestellen. Wichtig ist, dass jede Kundengruppe einem Modell klar zugeordnet ist, sonst konkurrieren Ihre eigenen Leute um dieselben Firmen.

Vertriebskanäle: So erreichen Sie Geschäftskunden

Innerhalb eines Modells nutzen Sie verschiedene Kanäle für den Erstkontakt. Grob lassen sich zwei Richtungen unterscheiden. Beim Outbound gehen Sie aktiv auf Firmen zu, die Sie vorher ausgewählt haben. Beim Inbound kommen Interessenten von sich aus, etwa über Ihre Website, eine Empfehlung oder eine Messe. Einen Überblick über alle Kanäle der Neukundengewinnung mit ihren Stärken bietet Neukundenakquise: 15 Methoden im Vergleich.

Outbound: Telefon, E-Mail, Brief und persönlicher Kontakt

Outbound ist der schnellste Weg zu Gesprächen, weil Sie nicht warten müssen, bis ein Kunde Sie findet. Er setzt eine gute Zielliste und eine saubere Ansprache voraus. Das Telefon liefert sofort eine Reaktion, die E-Mail lässt sich gut vorbereiten, der Brief fällt auf, weil er selten geworden ist. Wie Sie Kaltakquise im B2B planen und durchführen, beschreibt der Praxis-Leitfaden zur Kaltakquise.

Inbound: Website, Inhalte, Empfehlungen und Veranstaltungen

Inbound-Kontakte sind wärmer, weil der Interessent bereits ein Thema hat. Dafür dauert es, bis Inhalte gefunden werden und Empfehlungen wachsen. Für einen planbaren Vertrieb reicht Inbound allein selten, besonders bei jungen Unternehmen. Strategien für beide Richtungen bündelt B2B-Leadgenerierung: Strategien, Kanäle und Kosten.

Was bei der Erstansprache rechtlich gilt

Für Outbound gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedliche Regeln. Die folgende Übersicht ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

KanalDeutschlandÖsterreichSchweiz
Werbeanruf bei UnternehmenZulässig bei mutmaßlicher Einwilligung (§ 7 Abs. 2 UWG), also bei einem konkreten, erkennbaren Interesse des AngerufenenVorherige Einwilligung nötig (§ 174 Abs. 1 TKG 2021), auch gegenüber UnternehmenGrundsätzlich zulässig, außer die Nummer trägt einen Sperrvermerk im Verzeichnis oder steht dort gar nicht (Art. 3 Abs. 1 lit. u UWG)
Werbe-E-MailVorherige ausdrückliche Einwilligung nötig (§ 7 Abs. 2 UWG), Ausnahme für Bestandskunden nach § 7 Abs. 3 UWGVorherige Einwilligung nötig (§ 174 Abs. 3 TKG 2021), Ausnahme für BestandskundenEinwilligung für Massenwerbung nötig (Art. 3 Abs. 1 lit. o UWG), Ausnahme für eigene Kunden
WerbebriefZulässig, solange kein erkennbarer Widerspruch vorliegtZulässig, Robinsonliste beachtenZulässig, Werbeverzicht beachten

Zusätzlich gilt die DSGVO, sobald Sie Namen und Kontaktdaten von Ansprechpartnern verarbeiten. Grundlage für die Ansprache ist meist das berechtigte Interesse nach Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO, Erwägungsgrund 47 nennt Direktwerbung ausdrücklich als möglichen Fall. Widerspricht ein Kontakt nach Art. 21 DSGVO, ist Schluss. Die Details je Land erklärt Ist Kaltakquise erlaubt? Rechtslage in DE, AT und CH.

Der Vertriebsprozess vom Lead bis zum Abschluss

Ein Vertriebsprozess beschreibt die Stufen, die jede Verkaufschance durchläuft, und legt für jede Stufe fest, wann sie erreicht ist. Erst diese Definitionen machen Ihre Zahlen vergleichbar. Ein bewährter Ablauf im B2B hat acht Stufen:

  1. Zielkunden festlegen: Branche, Region, Größe und Merkmale der Firmen, die am meisten von Ihrem Angebot haben. Ergebnis ist eine Liste konkreter Unternehmen.
  2. Recherche: Ansprechpartner, Website, Anlass für den Kontakt. Fünf Minuten Vorbereitung pro Firma machen das Gespräch deutlich besser.
  3. Erstkontakt: Anruf, Brief, E-Mail mit Einwilligung oder persönliche Begegnung. Ziel ist ein Gespräch, nicht der Verkauf.
  4. Qualifizierung: Gibt es Bedarf, Budget, einen Zeitpunkt und erreichen Sie die richtige Person? Wer nicht passt, wird sauber abgelegt.
  5. Bedarfsanalyse: Ausgangslage, Ziel, Hindernisse und Entscheidungsweg des Kunden verstehen. Hier entscheidet sich, ob Ihr Angebot später trifft.
  6. Angebot und Präsentation: Lösung, Nutzen und Preis so darstellen, dass jede Rolle im Buying Center ihre Frage beantwortet findet.
  7. Verhandlung und Abschluss: Einwände klären, Konditionen festlegen, Vertrag unterschreiben.
  8. Übergabe und Betreuung: Einführung, erste Ergebnisse sichern, später Folgeaufträge und Empfehlungen.

Halten Sie für jede Stufe ein Austrittskriterium schriftlich fest, zum Beispiel: „Qualifiziert ist eine Firma, wenn der Entscheider bestätigt hat, dass er das Thema in den nächsten sechs Monaten angehen will.“ Ohne solche Regeln zählt jeder Verkäufer anders, und Ihre Pipeline zeigt eine Sicherheit, die es nicht gibt.

Woher die Kontakte für die erste Stufe kommen, ist eine eigene Frage. Sie können Listen kaufen, Verzeichnisse auswerten oder in einer B2B-Datenbank selbst filtern. Die Wege vergleicht B2B-Datenbank: Firmendaten selbst durchsuchen statt Liste kaufen.

Organisation und Rollen im Vertriebsteam

In kleinen Unternehmen erledigt eine Person alles von der Recherche bis zur Rechnung. Mit wachsendem Team lohnt es sich, Aufgaben zu trennen, weil Neukundengewinnung und Abschluss verschiedene Stärken verlangen.

RolleAufgabeWoran sie gemessen wird
Sales Development Representative (SDR) oder Business Development Representative (BDR)Zielfirmen recherchieren, Erstkontakt, Qualifizierung, Termine vereinbarenGespräche mit Entscheidern, qualifizierte Termine
Account Executive (AE)Bedarfsanalyse, Präsentation, Angebot, Verhandlung, AbschlussAbschlussquote, Umsatz, Auftragswert
Account ManagerBestandskunden betreuen, Verträge verlängern, FolgeaufträgeUmsatz mit Bestandskunden, Verlängerungen
Customer Success ManagerEinführung begleiten, Nutzung sichern, Abwanderung verhindernKundenbindung, Zufriedenheit, Kündigungen
Sales OperationsCRM, Daten, Berichte, Prozesse und WerkzeugeDatenqualität, Verlässlichkeit der Prognosen

Der SDR wird meist als erste eigene Rolle abgespalten. Das lohnt sich, sobald Ihre Abschlussverkäufer mehr Zeit mit Telefonieren auf der Suche nach Terminen verbringen als mit Kunden, die schon Interesse gezeigt haben. Klar geregelt sein muss die Übergabe: Wann ist ein Termin gut genug für den AE, und was steht vorher im CRM?

Kennzahlen, mit denen Sie den B2B-Vertrieb steuern

Kennzahlen sollen zwei Fragen beantworten: Entsteht genug Nachschub, und wird aus dem Nachschub genug Umsatz? Dafür brauchen Sie wenige Zahlen, die alle gleich erfasst werden.

KennzahlBerechnungWas sie zeigt
Gespräche mit EntscheidernAnzahl pro Woche und PersonOb genug Aktivität am Anfang des Prozesses stattfindet
Qualifizierte VerkaufschancenNeue Chancen pro Monat nach Ihrer DefinitionDen Nachschub für die nächsten Monate
Umwandlungsquote je StufeChancen, die eine Stufe erreichen, geteilt durch Chancen der VorstufeWo im Prozess die meisten Chancen verloren gehen
AbschlussquoteGewonnene Aufträge geteilt durch abgegebene AngeboteQualität von Angebot und Verhandlung
Durchschnittlicher AuftragswertUmsatz geteilt durch Anzahl der AufträgeOb Sie die richtigen Kunden und Angebotsgrößen gewinnen
Länge des VerkaufszyklusTage vom Erstgespräch bis zur UnterschriftWie lange Umsatz unterwegs ist und wann er kommt
Pipeline-WertSumme der offenen Chancen, gewichtet nach StufeWie viel Umsatz in den nächsten Monaten realistisch ist

Vergleichen Sie Ihre Zahlen nicht mit Durchschnittswerten aus dem Internet. Sie stammen aus anderen Branchen, Preisklassen und Definitionen. Aussagekräftig ist der Vergleich mit Ihren eigenen Vormonaten und zwischen Kundengruppen.

Rechenbeispiel: Wie viele Kontakte braucht ein Auftrag?

Mit den Umwandlungsquoten können Sie rückwärts rechnen, wie viel Aktivität Ihr Umsatzziel verlangt. Rechenbeispiel mit angenommenen Werten für einen Dienstleister, der 24 neue Firmenkunden im Jahr gewinnen will:

StufeAngenommene Quote zur nächsten StufeBenötigte Anzahl im Jahr
Neue KundenZiel24
Abgegebene Angebote30 % werden zum Auftrag80
Erstgespräche mit Bedarfsanalyse50 % führen zum Angebot160
Gespräche mit Entscheidern20 % führen zum Erstgespräch800
Kontaktierte Firmen40 % erreichen den Entscheider2.000

Bei etwa 220 Arbeitstagen im Jahr sind das rund neun kontaktierte Firmen pro Tag. Die Rechnung zeigt zweierlei. Erstens brauchen Sie eine Zielliste in dieser Größenordnung, sonst geht Ihnen nach wenigen Monaten der Stoff aus. Zweitens wirkt jede Verbesserung einer Quote auf alle Stufen davor: Steigt die Abschlussquote von 30 auf 40 %, genügen 60 Angebote und 1.500 kontaktierte Firmen. Ersetzen Sie die angenommenen Werte durch die Quoten aus Ihrem eigenen CRM, sobald Sie einige Monate gemessen haben.

Hinweis: Für eine Zielliste dieser Größe können Sie in LeadSuche Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Branche, Stadt, PLZ, Rechtsform und Kontaktverfügbarkeit filtern. Suche und Trefferzahl sind kostenlos, zum Start gibt es 50 Credits ohne Kreditkarte.

Vertrieb und Marketing abstimmen

In vielen Unternehmen arbeiten Marketing und Vertrieb nebeneinander her. Das Marketing meldet viele Kontakte, der Vertrieb klagt über schlechte Qualität. Der Grund ist fast immer eine fehlende gemeinsame Definition. Legen Sie deshalb zusammen fest, was ein Lead ist, ab wann er an den Vertrieb geht und was der Vertrieb danach damit tut.

  • Gemeinsame Begriffe: Ein Kontakt, der ein Dokument herunterlädt, ist noch keine Verkaufschance. Halten Sie fest, welche Merkmale und welches Verhalten einen Kontakt reif für den Vertrieb machen. Die Begriffe ordnet Was sind Leads? Definition und Arten im B2B ein.
  • Feste Reaktionszeit: Vereinbaren Sie, innerhalb welcher Frist der Vertrieb einen übergebenen Kontakt anruft oder anschreibt. Wer erst nach Tagen reagiert, trifft auf einen Interessenten, der schon mit anderen spricht.
  • Rückmeldung an das Marketing: Der Vertrieb vermerkt im CRM, warum ein Kontakt nicht gepasst hat. So sieht das Marketing, welche Kanäle gute und welche schwache Kontakte liefern.
  • Gemeinsames Ziel: Messen Sie beide Bereiche an Aufträgen, nicht nur an Kontakten oder Terminen.

Für kleine Unternehmen, in denen eine Person beides macht, gilt dasselbe in einfacher Form: Schreiben Sie auf, welche Anfragen Sie sofort bearbeiten, welche Sie später angehen und welche Sie ablehnen.

Werkzeuge: CRM, Daten und Automatisierung

Ein B2B-Vertrieb ohne CRM verliert Wissen, sobald ein Mitarbeiter krank ist oder geht. Für kleine Teams genügt ein einfaches System, wenn es drei Dinge kann: Firmen und Ansprechpartner speichern, jede Verkaufschance einer Stufe zuordnen und Wiedervorlagen erinnern. Wichtiger als die Software ist die Disziplin, jedes Gespräch am selben Tag einzutragen.

Daten bilden die Grundlage. Prüfen Sie bei jeder Quelle, woher die Kontakte stammen, wie aktuell sie sind und ob Sie sie für Ihren Zweck nutzen dürfen. Worauf es bei der Qualität ankommt, erklärt Adressdaten kaufen: seriöse Anbieter und Datenqualität. LeadSuche ist eine solche Quelle: Die Datensätze stammen von den Websites und Impressumsseiten der Unternehmen selbst und werden automatisch nach Branche, Größenklasse und Werten für Kaufbereitschaft, Innovationsgrad und digitale Reife eingeordnet. So können Sie Zielfirmen nach Branche und Region selbst filtern und die Treffer als CSV oder Excel in Ihr CRM übernehmen.

Automatisierung lohnt sich dort, wo Arbeit sich wiederholt: Wiedervorlagen, Erinnerungen, Berichte, das Anlegen von Firmen aus einer Liste. Vorsicht bei automatischen E-Mail-Serien an Kontakte ohne Einwilligung. Was technisch einfach ist, kann in Deutschland und Österreich unzulässige Werbung sein.

Typische Fehler im B2B-Vertrieb

  • Keine klare Zielgruppe: Wer „alle Unternehmen“ anspricht, spricht niemanden passend an. Ein Satz wie „Hausverwaltungen mit eigenem Bestand in Bayern“ ist ein Anfang.
  • Nur ein Ansprechpartner: Fällt die eine Kontaktperson weg, ist die Chance tot. Bauen Sie Beziehungen zu mehreren Rollen auf.
  • Angebote ohne Bedarfsanalyse: Ein schnelles Angebot wirkt eifrig, trifft aber oft nicht. Stellen Sie erst die Fragen, dann den Preis.
  • Kein Nachfassen: Viele Angebote bleiben unbeantwortet, weil niemand nachhakt. Legen Sie die nächste Aktion fest, bevor Sie ein Gespräch beenden.
  • Akquise nur bei Leerlauf: Wer erst Neukunden sucht, wenn die Auftragslage schlecht ist, spürt den langen Zyklus doppelt. Neukundengewinnung braucht feste Zeiten in jeder Woche.
  • Pipeline voller Hoffnung: Chancen, bei denen seit Monaten nichts passiert, verzerren jede Prognose. Räumen Sie regelmäßig auf.

Checkliste: Ihren B2B-Vertrieb aufsetzen

  1. Schreiben Sie in zwei Sätzen auf, welches Problem Sie für welche Unternehmen lösen.
  2. Legen Sie Branche, Region, Größe und mindestens ein Merkmal fest, an dem Sie gute Kunden erkennen.
  3. Ordnen Sie jede Kundengruppe einem Vertriebsmodell zu: Außendienst, Innendienst, Key Account, Partner oder Self-Service.
  4. Wählen Sie zwei bis drei Kanäle für den Erstkontakt und prüfen Sie die Regeln für jedes Land, in dem Sie ansprechen.
  5. Definieren Sie die Stufen Ihres Prozesses mit schriftlichen Austrittskriterien.
  6. Richten Sie ein CRM mit diesen Stufen ein und tragen Sie jeden Kontakt ein.
  7. Rechnen Sie vom Umsatzziel rückwärts, wie viele Kontakte Sie pro Woche brauchen.
  8. Bauen Sie eine Zielliste, die mindestens für ein Quartal reicht.
  9. Blocken Sie feste Zeiten für die Neukundengewinnung im Kalender.
  10. Prüfen Sie monatlich die Umwandlungsquoten je Stufe und verbessern Sie zuerst die schwächste.

Zusammenfassung

B2B-Vertrieb ist planbar, weil die möglichen Kunden benennbar sind und Kaufentscheidungen festen Mustern folgen. Wer das Buying Center kennt, ein passendes Vertriebsmodell wählt und jede Verkaufschance durch einen definierten Prozess führt, kann an wenigen Kennzahlen ablesen, wo Umsatz verloren geht. Die Grundlage bleibt eine gute Zielliste: Firmen, die zu Ihrem Angebot passen, mit den richtigen Ansprechpartnern und einem Kanal, den Sie im jeweiligen Land rechtlich nutzen dürfen. Den nächsten Schritt in die Praxis zeigt Neukundengewinnung im B2B mit zwölf Strategien.

Häufige Fragen zum Thema

B2B-Vertrieb ist der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen an Unternehmen, Behörden und andere Organisationen statt an Privatpersonen. Er umfasst alle Schritte von der Auswahl der Zielkunden über Erstkontakt, Bedarfsanalyse und Angebot bis zum Abschluss und zur Betreuung danach.

Im B2B entscheiden meist mehrere Personen gemeinsam, die Auftragswerte sind höher und die Entscheidung dauert länger. Gekauft wird, um ein betriebliches Ziel zu erreichen, deshalb zählen Wirtschaftlichkeit, Verlässlichkeit und persönliche Beziehung stärker als Spontankauf und Markenimage. Auch die rechtlichen Regeln für die Ansprache unterscheiden sich.

Ein Sales Development Representative (SDR) erzeugt und qualifiziert Termine: Er recherchiert Zielfirmen, nimmt den Erstkontakt auf und prüft, ob Bedarf besteht. Der Account Executive (AE) übernimmt qualifizierte Verkaufschancen, führt Bedarfsanalyse und Präsentation durch, erstellt das Angebot und verhandelt bis zum Abschluss.

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Der Zyklus hängt vom Auftragswert, von der Zahl der Beteiligten, von Budgetzeiträumen und davon ab, ob der Kunde einen bestehenden Anbieter ablösen muss. Messen Sie die Zeit vom ersten Gespräch bis zum Auftrag in Ihrem eigenen CRM, getrennt nach Kundengröße und Angebot.

Für kleine Teams reichen wenige: Zahl der qualifizierten Verkaufschancen, Abschlussquote, durchschnittlicher Auftragswert, Dauer des Verkaufszyklus und der Wert der offenen Pipeline. Dazu kommen Aktivitätskennzahlen wie Gespräche mit Entscheidern pro Woche, die zeigen, ob genug Nachschub entsteht.

Das hängt vom Land und vom Kanal ab. Ein Werbebrief ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz weitgehend zulässig. Werbe-E-Mails brauchen in Deutschland und Österreich eine vorherige Einwilligung, für Werbeanrufe bei Unternehmen genügt in Deutschland eine mutmaßliche Einwilligung, in Österreich nicht. Dies ist eine allgemeine Information, keine Rechtsberatung.

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