Leadgenerierung

Leads generieren: 20 Methoden für mehr B2B-Anfragen

Zwanzig erprobte Wege zu mehr B2B-Anfragen, jeweils mit Aufwand, Kosten, Zeit bis zur Wirkung und der Frage, für wen sie passen. Mit Vergleichstabelle und Auswahlhilfe.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Es gibt drei Gruppen von Methoden: aktive Ansprache (Outbound), Anfragen über Inhalte und Anzeigen (Inbound) und Methoden, die auf Kunden, Bestand und Netzwerk aufbauen.
  • Am schnellsten wirken Telefon mit Zielliste, Suchanzeigen und die Reaktivierung alter Angebote. Fachartikel und Suchmaschinen brauchen Monate, wirken dann aber lange.
  • Mit kleinem Budget bieten sich Telefon, Empfehlungsfragen, die Reaktivierung alter Angebote und das Google-Unternehmensprofil als Startpunkte an. Ihr Engpass ist dann die Arbeitszeit.
  • Unaufgeforderte Werbe-E-Mails an fremde Firmen sind in Deutschland und Österreich grundsätzlich unzulässig und stehen deshalb nicht auf dieser Liste.
  • Nutzen Sie für den Start zwei bis drei Methoden, messen Sie die Kosten je qualifizierten Lead und bauen Sie nach einem Quartal die beste Methode aus.

Leads generieren Sie im B2B, indem Sie passende Unternehmen entweder aktiv ansprechen, etwa per Telefon, Brief oder auf Messen, oder indem Sie Interessenten über Fachartikel, Anzeigen und Angebote auf Ihrer Website zu einer Anfrage bewegen. Dazu kommen Methoden, die auf Ihren bestehenden Kunden und Kontakten aufbauen, wie Empfehlungen und die Reaktivierung alter Angebote. Unten finden Sie zwanzig Methoden, jeweils mit Aufwand, Kosten, Zeit bis zur Wirkung und der Frage, für wen sie passen. Am Ende stehen eine Vergleichstabelle und eine Auswahlhilfe für typische Ausgangslagen.

So lesen Sie die Bewertungen

Jede Methode ist nach vier Merkmalen eingeordnet. Aufwand meint die laufende Arbeitszeit. Kosten meint das Geld, das zusätzlich zur Arbeitszeit anfällt, etwa für Anzeigen, Druck oder Werkzeuge. Wirkung beschreibt, wie lange es typischerweise dauert, bis erste Leads entstehen. Geeignet für nennt die Situation, in der die Methode ihre Stärken ausspielt. Die Einordnung ist qualitativ. Genaue Zahlen hängen von Branche, Angebot und Stundensatz ab, deshalb lohnt sich die eigene Rechnung. Wie Sie Kosten je Lead für Ihr Unternehmen ausrechnen, zeigt der Leitfaden zur B2B-Leadgenerierung mit Kanälen und Kosten.

Was als Lead zählt, legen Sie vorher fest. Ohne Definition zählt jede Anfrage gleich, und die Methoden lassen sich nicht vergleichen. Eine Vorlage dafür finden Sie im Beitrag Was sind Leads? Definition und Arten.

Methoden, bei denen Sie aktiv ansprechen

Outbound-Methoden geben Ihnen die volle Kontrolle darüber, welche Firmen Sie erreichen. Sie wirken schnell, kosten aber laufend Arbeitszeit. Grundlage ist immer eine gute Zielliste.

1. Telefonakquise mit vorbereiteter Zielliste

Sie rufen Firmen aus einem klar abgegrenzten Segment an, mit einem Leitfaden und einem konkreten Anlass. Entscheidend ist die Vorbereitung: Wer vor dem Anruf Website und Impressum kennt, führt ein anderes Gespräch als jemand, der wahllos wählt. In Deutschland ist der Werbeanruf bei Firmen mit mutmaßlicher Einwilligung möglich, also wenn ein sachliches Interesse des Angerufenen zu erwarten ist. In Österreich braucht er eine vorherige Einwilligung. Aufbau und Beispiele für das Gespräch finden Sie in Telefonakquise im B2B mit Gesprächsaufbau und Beispielen.

Aufwand: hoch. Kosten: gering. Wirkung: nach Tagen. Geeignet für: erklärungsbedürftige Angebote und klar abgrenzbare Zielmärkte in Deutschland und der Schweiz.

2. Werbebrief mit telefonischem Nachfassen

Ein kurzer, persönlich an die Geschäftsführung adressierter Brief nennt einen Anlass und kündigt einen Anruf an. Eine Woche später rufen Sie an und beziehen sich auf den Brief. Der Brief ist im DACH-Raum grundsätzlich erlaubt, solange der Empfänger nicht widersprochen hat, und er erreicht Entscheider, die das Telefon abschirmen lassen.

Aufwand: mittel. Kosten: mittel (Druck und Porto). Wirkung: nach wenigen Wochen. Geeignet für: Dienstleister mit höherem Auftragswert, Zielgruppen mit starkem Vorzimmer.

3. Wunschkundenliste mit mehrstufiger Ansprache

Statt Hunderte Firmen einmal anzusprechen, wählen Sie 30 bis 50 Wunschkunden und bearbeiten jeden über mehrere Wochen: Brief, Anruf, persönliche Nachricht im Netzwerk, Einladung zu einer Veranstaltung. Jede Firma bekommt einen eigenen Anlass. Diese Methode lohnt sich, wenn ein einzelner Kunde viel wert ist.

Aufwand: hoch. Kosten: gering bis mittel. Wirkung: nach Wochen bis Monaten. Geeignet für: hohe Auftragswerte, lange Entscheidungen, kleine Zielmärkte.

4. Anlassbezogene Ansprache

Öffentliche Ereignisse zeigen oft einen Bedarf: eine Neugründung im Handelsregister, ein Umzug, eine neue Stellenanzeige, eine veraltete oder neue Website, ein neuer Standort. Wer solche Anlässe beobachtet und zeitnah anspricht, trifft auf Firmen, die gerade etwas verändern. Ein Büroausstatter spricht frisch gegründete Firmen an, ein IT-Dienstleister Firmen, die gerade mehrere Bürostellen ausschreiben.

Aufwand: mittel. Kosten: gering. Wirkung: nach Tagen bis Wochen. Geeignet für: Angebote, die an Veränderungen geknüpft sind (Gründung, Wachstum, Umzug).

5. Social Selling in Business-Netzwerken

Sie bauen in einem Business-Netzwerk wie LinkedIn Beziehungen zu Entscheidern Ihrer Zielgruppe auf: Profil auf die Zielgruppe ausrichten, regelmäßig fachlich kommentieren, gezielt vernetzen und erst dann ein Gespräch vorschlagen, wenn ein Bezug besteht. Massennachrichten mit Werbung schaden mehr, als sie nutzen. Wenn Ihre Zielgruppe dort kaum aktiv ist, helfen die Wege aus LinkedIn-Alternativen für die B2B-Leadgenerierung weiter.

Aufwand: hoch, dauerhaft. Kosten: gering. Wirkung: nach Wochen bis Monaten. Geeignet für: Beratung, Software, Agenturen und Zielgruppen, die im Netzwerk aktiv sind.

6. Messen mit Terminen vorab

Ob als Besucher oder mit eigenem Stand: Der Wert einer Messe entsteht vor allem vor der Messe. Laden Sie Ihre Wunschkunden unter den Ausstellern oder Besuchern einige Wochen vorher per Brief oder über bestehende Kontakte ein und vereinbaren Sie feste Gesprächstermine. Nach der Messe fassen Sie innerhalb weniger Tage nach, solange die Erinnerung frisch ist.

Aufwand: mittel. Kosten: als Besucher gering, mit Stand hoch. Wirkung: an den Messetermin gebunden. Geeignet für: Branchen mit starker Messekultur wie Maschinenbau, Bau oder Logistik.

7. Vorträge bei Verbänden, Kammern und Netzwerken

Ein Fachvortrag vor einer Innung, einem Unternehmerverband oder einem regionalen Netzwerk erreicht viele Entscheider auf einmal und zeigt Ihre Fachkompetenz. Bieten Sie einen Vortrag zu einem Problem an, das Ihre Zielgruppe wirklich hat, und bringen Sie ein konkretes Angebot für den nächsten Schritt mit, etwa eine Checkliste gegen Visitenkarte.

Aufwand: mittel. Kosten: gering. Wirkung: nach Wochen. Geeignet für: Beratung, Steuer- und Rechtsthemen, regionale Dienstleister.

8. Kooperationspartner mit derselben Zielgruppe

Firmen, die dieselben Kunden bedienen, ohne Wettbewerber zu sein, sind natürliche Lead-Quellen: Steuerberater und Softwareanbieter für Buchhaltung, Webdesigner und Fotografen, Elektriker und Solarteure. Vereinbaren Sie gegenseitige Empfehlungen, gemeinsame Veranstaltungen oder ein gemeinsames Angebot. Eine Provision kann sinnvoll sein, muss aber transparent geregelt werden.

Aufwand: gering bis mittel. Kosten: gering. Wirkung: nach Wochen bis Monaten. Geeignet für: fast alle B2B-Dienstleister.

Methoden, bei denen Interessenten zu Ihnen kommen

Inbound-Methoden bringen Anfragen von Firmen, die bereits ein Problem haben. Sie brauchen meist Vorlauf, wirken dann aber ohne laufende Anrufe. Grundlage ist eine Website, auf der der nächste Schritt klar ist.

9. Fachartikel für die Fragen Ihrer Zielgruppe

Schreiben Sie Artikel, die konkrete Fragen Ihrer Zielgruppe beantworten, also die Fragen, die Ihnen in Gesprächen immer wieder gestellt werden. Ein Artikel, der bei Google gut gefunden wird, bringt über lange Zeit Besucher. Wichtig ist der Übergang zur Anfrage: Am Ende jedes Artikels steht ein passender nächster Schritt.

Aufwand: mittel bis hoch. Kosten: gering (eigene Zeit) bis mittel (externe Texte). Wirkung: nach Monaten. Geeignet für: Angebote, nach denen gesucht wird.

10. Eine Landingpage je Angebot

Eine Seite, ein Angebot, ein Formular. Wer auf einer allgemeinen Startseite landet, sucht oft vergeblich nach dem passenden Einstieg. Eine Landingpage nennt Zielgruppe, Problem, Lösung, einen Beleg und einen einzigen nächsten Schritt. Kürzen Sie das Formular auf die Angaben, die Sie für den ersten Kontakt wirklich brauchen.

Aufwand: gering, einmalig. Kosten: gering. Wirkung: verstärkt alle anderen Inbound-Methoden. Geeignet für: jedes Unternehmen mit mehr als einem Angebot.

11. Checkliste, Vorlage oder Leitfaden zum Herunterladen

Ein Lead Magnet ist ein nützliches Dokument, das Interessenten gegen ihre Kontaktdaten erhalten: eine Checkliste zur Prüfung von Angeboten, eine Kalkulationsvorlage, ein kurzer Leitfaden. Je konkreter der Nutzen, desto besser. Wenn Sie die Kontakte anschließend per E-Mail bewerben wollen, brauchen Sie dafür eine eigene, ausdrückliche Einwilligung.

Aufwand: mittel, einmalig. Kosten: gering. Wirkung: nach Wochen, zusammen mit Artikeln oder Anzeigen. Geeignet für: Beratung, Software, Fachdienstleister.

12. Webinare und Online-Sprechstunden

Ein Webinar von 30 bis 45 Minuten zu einem konkreten Problem bringt Anmeldungen von Interessierten und gibt Ihnen die Gelegenheit, Kompetenz zu zeigen. Eine offene Online-Sprechstunde, in der Teilnehmer Fragen stellen, ist eine einfache Variante. Laden Sie gezielt Ihre Zielgruppe ein, etwa über Verbände oder Partner.

Aufwand: mittel. Kosten: gering. Wirkung: nach Wochen. Geeignet für: erklärungsbedürftige Angebote, Software, Weiterbildung.

13. Suchanzeigen

Mit Suchanzeigen erscheinen Sie sofort bei Suchanfragen mit Kaufabsicht, etwa „Gebäudereinigung Büro München Angebot“. Sie zahlen pro Klick. Entscheidend sind genaue Suchbegriffe, ausgeschlossene Begriffe und eine passende Landingpage. Starten Sie mit einem kleinen Budget und wenigen, sehr konkreten Begriffen.

Aufwand: gering bis mittel. Kosten: hoch, laufend. Wirkung: nach Tagen. Geeignet für: Angebote mit erkennbarem Suchvolumen und ausreichendem Auftragswert.

14. Anzeigen in Business-Netzwerken

In Business-Netzwerken lassen sich Anzeigen nach Position, Branche und Unternehmensgröße ausrichten. Das ist teurer als viele andere Werbeformen, erreicht aber genau die Personen, die entscheiden. Am besten wirken Anzeigen, die auf einen Lead Magnet oder ein Webinar verweisen, statt direkt zum Kauf aufzufordern.

Aufwand: mittel. Kosten: hoch, laufend. Wirkung: nach Tagen bis Wochen. Geeignet für: Software und Beratung mit hohem Kundenwert.

15. Google-Unternehmensprofil und Branchenverzeichnisse

Für regionale Dienstleister ist das Google-Unternehmensprofil oft die wichtigste Quelle für Anfragen. Pflegen Sie Kategorien, Leistungen, Öffnungszeiten und Fotos vollständig und bitten Sie zufriedene Kunden um Bewertungen. Ergänzend lohnen sich die Branchenverzeichnisse, in denen Ihre Zielgruppe tatsächlich sucht.

Aufwand: gering. Kosten: gering. Wirkung: nach Wochen. Geeignet für: regional tätige Betriebe, Handwerk, Reinigung, Beratung vor Ort.

16. Online-Rechner oder Selbsttest

Ein einfacher Rechner („Was kostet die Umstellung?“) oder ein Selbsttest („Wie gut ist Ihre IT-Sicherheit aufgestellt?“) bietet sofort Nutzen und führt natürlich zu einem Gespräch. Das Ergebnis kann der Nutzer sich zusenden lassen. Die Methode erfordert einmalig Entwicklungsaufwand, wirkt danach aber lange.

Aufwand: mittel, einmalig. Kosten: mittel (Entwicklung). Wirkung: nach Wochen, zusammen mit Artikeln oder Anzeigen. Geeignet für: Angebote, deren Nutzen sich berechnen lässt.

17. Fallbeispiele mit echten Kunden

Ein konkretes Beispiel, wie Sie für einen Kunden ein Problem gelöst haben, überzeugt mehr als jede Leistungsbeschreibung. Holen Sie die ausdrückliche Zustimmung des Kunden ein und beschreiben Sie Ausgangslage, Vorgehen und Ergebnis sachlich. Ohne Zustimmung können Sie anonymisiert berichten, dann aber ohne erkennbare Details.

Aufwand: gering bis mittel. Kosten: gering. Wirkung: verstärkt alle anderen Methoden. Geeignet für: jedes Unternehmen mit zufriedenen Kunden.

Methoden mit Bestand, Kunden und Netzwerk

Die günstigsten Leads entstehen oft dort, wo schon eine Beziehung besteht. Diese Methoden werden in vielen kleinen Firmen vergessen, weil sie unspektakulär sind.

18. Systematisch nach Empfehlungen fragen

Fragen Sie nach jedem erfolgreichen Projekt konkret: „Kennen Sie ein Unternehmen, das vor einer ähnlichen Aufgabe steht?“ Eine konkrete Frage zum richtigen Zeitpunkt bringt mehr als ein allgemeiner Hinweis auf der Rechnung. Bedanken Sie sich für jede Empfehlung, auch wenn kein Auftrag daraus wird.

Aufwand: gering. Kosten: gering. Wirkung: nach Wochen. Geeignet für: alle Unternehmen mit zufriedenen Kunden.

19. Newsletter mit Double-Opt-In

Ein Newsletter hält Interessenten warm, die noch nicht kaufen wollen. Für den Versand brauchen Sie eine ausdrückliche Einwilligung, die Sie mit dem Double-Opt-In-Verfahren nachweisen: Der Empfänger bestätigt seine Anmeldung über einen Link. Senden Sie lieber selten und mit echtem Inhalt als häufig und werblich.

Aufwand: mittel, laufend. Kosten: gering. Wirkung: nach Monaten, über wiederholte Kontakte. Geeignet für: Angebote mit langen Entscheidungen und wiederkehrendem Bedarf.

20. Alte Angebote und verlorene Anfragen reaktivieren

In jedem CRM liegen Angebote, die nicht angenommen wurden, und Anfragen, die im Sand verlaufen sind. Ein Teil davon hat den Bedarf noch immer. Gehen Sie die Fälle der letzten ein bis zwei Jahre durch und melden Sie sich mit einem neuen Anlass, etwa einer geänderten Leistung oder einer neuen Saison. Diese Methode bringt oft die schnellsten Ergebnisse, weil der Kontakt Sie schon kennt.

Aufwand: gering. Kosten: gering. Wirkung: nach Tagen. Geeignet für: alle Unternehmen mit einigen Jahren Vertriebshistorie.

Alle 20 Methoden im Vergleich

Nr.MethodeAufwandKostenWirkungGeeignet für
1Telefonakquise mit ZiellistehochgeringTageerklärungsbedürftige Angebote
2Werbebrief mit NachfassenmittelmittelWochenhöhere Auftragswerte
3Wunschkundenlistehochgering bis mittelWochen bis Monatewenige, wertvolle Kunden
4Anlassbezogene AnsprachemittelgeringTage bis WochenAngebote rund um Veränderungen
5Social SellinghochgeringWochen bis MonateBeratung, Software, Agenturen
6Messen mit Terminen vorabmittelgering bis hochMesseterminBranchen mit Messekultur
7Vorträge bei VerbändenmittelgeringWochenBeratung, regionale Dienstleister
8Kooperationspartnergering bis mittelgeringWochen bis Monatefast alle B2B-Dienstleister
9Fachartikelmittel bis hochgering bis mittelMonategesuchte Angebote
10Landingpage je Angebotgeringgeringverstärkt Inboundmehrere Angebote
11Lead MagnetmittelgeringWochenFachwissen als Argument
12WebinaremittelgeringWochenerklärungsbedürftige Angebote
13Suchanzeigengering bis mittelhochTageAngebote mit Suchvolumen
14Anzeigen in Business-NetzwerkenmittelhochTage bis Wochenhoher Kundenwert
15Google-UnternehmensprofilgeringgeringWochenregionale Betriebe
16Online-Rechner oder SelbsttestmittelmittelWochenberechenbarer Nutzen
17Fallbeispielegering bis mittelgeringverstärkt allezufriedene Kunden vorhanden
18EmpfehlungsfragegeringgeringWochenalle
19Newsletter mit Double-Opt-InmittelgeringMonatelange Entscheidungen
20Alte Angebote reaktivierengeringgeringTagevorhandene Vertriebshistorie

Welche Methoden zu Ihrer Ausgangslage passen

Die folgende Auswahlhilfe nennt für typische Situationen kleiner und mittlerer B2B-Anbieter eine sinnvolle Startkombination. Sie ist ein Vorschlag, kein Rezept. Prüfen Sie nach einem Quartal anhand Ihrer Zahlen, welche Methode Sie ausbauen.

AusgangslageStartkombinationWarum
Wenig Budget, etwas Zeit20, 18, 1Bestehende Kontakte zuerst, dann gezielte Neuansprache
Regionaler Dienstleister15, 2, 8Lokale Sichtbarkeit plus direkte Ansprache plus Partner
Neues, unbekanntes Angebot1, 4, 12Niemand sucht danach, also aktiv ansprechen und erklären
Hoher Auftragswert, wenige Zielkunden3, 2, 6Jeder Kunde rechtfertigt eine aufwendige, persönliche Ansprache
Gesuchtes Angebot, Zeit für Vorlauf9, 10, 13Anzeigen überbrücken, bis die Artikel gefunden werden
Software mit Testzugang9, 11, 14Inhalte und Anzeigen führen in den Test, der Test qualifiziert
Österreich als Hauptmarkt2, 7, 15Werbeanrufe brauchen dort eine vorherige Einwilligung

Was Sie besser lassen

Einige Wege versprechen schnelle Leads und richten mehr Schaden an, als sie nutzen.

  • Kalt-E-Mails an gekaufte Adresslisten: In Deutschland und Österreich braucht Werbung per E-Mail grundsätzlich eine vorherige Einwilligung, auch gegenüber Firmen. Massenversand ohne Einwilligung riskiert Abmahnungen und den Ruf Ihrer Absenderdomain. Die Details erklärt Kaltakquise per E-Mail: was erlaubt ist.
  • Werbeanrufe in Österreich ohne Einwilligung: § 174 TKG 2021 verlangt auch gegenüber Unternehmen eine vorherige Einwilligung. Einen Ländervergleich bietet die Rechtslage zur Kaltakquise in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Serienwerbung in Netzwerk-Postfächern: Kopierte Werbenachrichten an fremde Kontakte werden meist ignoriert und können zu Einschränkungen des Kontos führen.
  • Leads ohne Definition einkaufen: Wenn nicht schriftlich feststeht, was ein Lead ist, bezahlen Sie für Kontakte, die Ihr Vertrieb nicht brauchen kann.

Dieser Abschnitt ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Die Zielliste als gemeinsame Grundlage

Sieben der zwanzig Methoden, nämlich Telefon, Brief, Wunschkundenliste, anlassbezogene Ansprache, Social Selling, Messetermine und Partnersuche, beginnen mit derselben Frage: Welche Firmen sollen wir ansprechen? Eine Liste passender Unternehmen mit Website, Anschrift und Kontaktweg ist dafür die Grundlage. Wie Sie eine solche Liste aufbauen, ohne jede Website einzeln zu durchsuchen, beschreibt der Beitrag zur B2B-Datenbank für die eigene Firmenrecherche.

LeadSuche ist eine solche Datenbank für Firmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Datensätze stammen von den Websites und Impressumsseiten der Unternehmen selbst. Sie filtern über mehr als 25 Merkmale, etwa Branche, Stadt, PLZ, Rechtsform, ob Telefon, E-Mail oder Geschäftsführung angegeben sind, und automatisch ermittelte Werte für Kaufbereitschaft, Innovationsgrad und digitale Reife. Die Trefferzahl sehen Sie kostenlos, bezahlt wird nur der Datensatz, den Sie freischalten. Zum Start erhalten Sie 50 Credits. Zielliste nach Branche und Region erstellen. Einen Überblick nach Branchen bieten zum Beispiel die Seiten zu Hausverwaltungen, Maschinenbauunternehmen und allen weiteren Branchen.

Wenn Ihnen für die Umsetzung die Kapazität fehlt, können Sie einzelne Methoden auch abgeben. Worauf Sie dabei achten sollten, zeigt der Beitrag Leadgenerierung-Agentur: Leistungen und Auswahl.

Zusammenfassung

Leads generieren Sie im B2B über drei Gruppen von Methoden: aktive Ansprache wie Telefon, Brief, Wunschkundenliste und Messetermine, Inbound über Fachartikel, Landingpages, Lead Magnets, Webinare und Anzeigen sowie Methoden mit Bestand und Netzwerk wie Empfehlungen, Newsletter und die Reaktivierung alter Angebote. Schnell wirken Telefon, Suchanzeigen und die Reaktivierung, lange wirken Fachartikel und ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil. Mit kleinem Budget ist Ihre Arbeitszeit der Engpass, deshalb gilt: zwei bis drei Methoden wählen, die Kosten je qualifizierten Lead messen und nach einem Quartal die beste ausbauen. Kalt-E-Mails an fremde Firmen und in Österreich auch Werbeanrufe ohne Einwilligung gehören nicht in den Werkzeugkasten. Grundlage für mehr als ein Drittel der Methoden ist eine gute Zielliste.

Häufige Fragen zum Thema

Am schnellsten wirken Telefonakquise mit einer guten Zielliste und Suchanzeigen, beide können innerhalb weniger Tage erste Gespräche oder Anfragen bringen. Das Telefon kostet dabei vor allem Zeit, Anzeigen vor allem Budget. Schnell ist allerdings nicht gleich günstig, rechnen Sie deshalb die Kosten je qualifizierten Lead für beide aus.

Ja. Telefonakquise, Empfehlungsfragen, die Reaktivierung alter Angebote, ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil und Fachartikel kosten vor allem Zeit und kaum Geld. Mit wenig Budget ist die eigene Arbeitszeit der Engpass, deshalb lohnt es sich, wenige Methoden konsequent zu betreiben statt viele halb.

Für den Start zwei bis drei, idealerweise eine Methode mit schneller Wirkung und eine, die sich langfristig aufbaut. Nach einem Quartal vergleichen Sie die Kosten je qualifizierten Lead und entscheiden, welche Methode Sie ausbauen und welche Sie einstellen.

In Deutschland und Österreich brauchen Werbe-E-Mails grundsätzlich eine vorherige Einwilligung, auch gegenüber Unternehmen. Ausnahmen gibt es für Bestandskunden unter engen Voraussetzungen. Die Kalt-E-Mail an fremde Firmen ist deshalb keine Methode, die wir für den DACH-Raum empfehlen. Das ist allgemeine Information und keine Rechtsberatung.

Beim Generieren erzeugen Sie Kontakte mit eigener Arbeit oder eigenem Werbebudget und behalten das Wissen über Zielgruppe und Ansprache im Haus. Beim Kauf liefert ein Anbieter fertige Kontakte oder Termine gegen Bezahlung. Gekaufte Leads sind schneller verfügbar, ihre Qualität hängt aber vollständig vom Anbieter und seiner Definition eines Leads ab.

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